Broschüre: Eine Einführung in die Silbenmethode (Bestell-Nr. 1756)

Eine Einführung in die Silbenmethode · flüssig und sinnverstehend lesen · die Rechtschreibung sicher beherrschen plus: Materialien zur Diagnose und Förderung der Grundlagen Digital unterrichten mit ABC der Tiere ➔ Seite 26 / 27

Die Silbenmethode – eine Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 3 Prävention und Kompensation mit der Silbenmethode: Fallbeispiel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 4/5 Die Grundlagen: Motorik, Seitigkeit von Auge und Hand, Koordination . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 6/7 Motorik Koordination Seitigkeit von Auge und Hand Praktische Umsetzung der Diagnose und Förderung Kopiervorlagen zur Diagnose und Förderung der Grundlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 8 – 11 Flüssig lesen lernen mit dem farbigen Silbentrenner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 12 Lesen mit Silben Lesetexte für Leseanfänger Leseverständnis durch Lesetechnik Silbentrenner und Worttrennung Richtig schreiben lernen mit zwei Farben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 13 Schreiben in Silben Silbentrenner und Rechtschreibung Schreiben mit zwei Farben Automatisierung = Konzentration auf das Wesentliche Automatisierung des Silbenlesens = Entwicklung des Leseflusses Automatisiertes Silbenschreiben = sichere Beherrschung der Rechtschreibung Silben: Das kleine Einmaleins der Schrift . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 14/15 Die Struktur der Silbe Silbenübungen Phonologische Bewusstheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 16 Phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne Phonologische Bewusstheit im engeren Sinne Silbenstruktur und Schreibtabelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 17 Übungen zur phonologischen Bewusstheit im engeren Sinne in der offenen und der geschlossenen Silbe Schreiben mit der Schreibtabelle Lernen mit Hand und Fuß: Der Rhythmus macht’s! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 18/19 Der Wortrhythmus ist bedeutungsunterscheidend Die Kontrastpaare – Vorübungen zur Schreibung der Doppelkonsonanten Praktische Durchführung der Rhythmusübungen Lernen mit dem ganzen Körper Sprechrhythmisches Training = Orthografie-Unterricht Häuschenschreibung: Die Hausordnung der Rechtschreibung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 20 Systematische Orthografie Die 3 Häuschentypen A B C – Leseregeln werden zu Schreibregeln Besonderheiten der Häuschenschreibung So löse ich ein Rechtschreibproblem mit dem Rhythmus und den Häuschen Didaktische Einführung der Häuschenschreibung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 21 Gebärde: Brücke zwischen Laut und Buchstabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 22/23 Gebärden – der handlungsorientierte Zugang zur Schrift Übersicht der Lautgebärden Newsletter und Videos zur Silbenmethode. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 24/25 Digital unterrichten mit ABC der Tiere. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 26/27 Inhalt Weitere Informationen zur Silbenmethode und Beispiele zur erfolgreichen Förderung unter: www.silbenmethode.de 2

3 Die Silbenmethode – eine Einführung Mit der Silbenmethode kann jedes Kind lesen und schreiben lernen Alle Beispiele sind dem Lehrgang ABC der Tiere · Neubearbeitung, Mildenberger Verlag, entnommen. Bosch, Bernhard (1937): Grundlagen des Erstleseunterrichts. (Wiederabgedruckt in: Giese, Heinz W. (Hg.) (2003): Lesen lernen. Diskussionsbeiträge aus 50 Jahren. Bernhard Bosch zum 100. Geburtstag. – Duisburg: Gilles & Francke.) Bredel, Ursula (2018): DORA – Eine Datenbank für die Auswahl von Wörtern für den Orthographieunterricht. In: Die Silbe im Lese- und Schreibunterricht. Offenburg: Mildenberger Verlag Bredel, Ursula / Fuhrhop, Nanna / Noack, Christina ( 2017): Wie Kinder lesen und schreiben lernen. Tübingen Bredel, Ursula (2010): Silbenbasierte Lesespiele. In: Die Silbe im Anfangsunterricht Deutsch. Offenburg: Mildenberger Verlag, S. 41 – 52. Bredel, Ursula /Müller, Astrid / Hinney, Gabriele (2010): Schriftsystem und Schrifterwerb: linguistisch – didaktisch – empirisch. de Gruyter Dummer-Smoch, Lisa (2010): Erfolgskontrollen zum Leselernerfolg mit Lautgebärden. In: Die Silbe im Anfangsunterricht Deutsch. Offenburg: Mildenberger Verlag, S. 53 – 72. Grümmer, Christiane/Welling, Alfons (2002): Die Silbe und ihre Bedeutung für das Schriftsprachlernen – ein Bericht über angloamerikanische Forschungen. In: Tophinke, Doris/Röber-Siekmeyer, Christa (Hg.): Schärfungsschreibung im Fokus. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren, S. 15 – 54. Günther, Hartmut (1998): Phonographisches Lesen als Kernproblem der Dyslexie. In: Weingarten, Rüdiger /Günther, Hartmut (Hg.): Schriftspracherwerb. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren, S. 98 – 115. Ickelsamer, Valentin (1527): Die rechte weis auffs kürtzist lesen zu lernen. In: Fechner (Hg.): Vier seltene Schriften des 16. Jahrhunderts (Wiederabdruck Hildesheim: Olms 1972). Liberman, Isabelle Y. /Shankweiler, Donald/Fischer, F. William/Carter, Bonnie (1974). Explicit syllable and phoneme segmentation in the young child. In: Journal of Experimental Child Psychology 18 (2), S. 201 – 212. Klicpera, Ruth (2018): Rhythmik – Praktische Beispiele zur Unterstützung der Silbenmethode. In: Die Silbe im Lese- und Schreibunterricht. Offenburg: Mildenberger Verlag Klicpera, Ruth (2010): Rhythmik – Zusammenhänge zur Silbenmethode im Lese- und Schreibunterricht. In: Die Silbe im Anfangsunterricht Deutsch. Offenburg: Mildenberger Verlag, S. 73 – 85. Kohler, Klaus-Jürgen (1995): Einführung in die Phonetik des Deutschen. Berlin: Erich Schmidt. Kuhn, Klaus (2018): Warum ich für die Silbenmethode plädiere. In: Die Silbe im Lese- und Schreibunterricht. Offenburg: Mildenberger Verlag Kuhn, Klaus (2010): Die Silbentrennung als Lesehilfe in deutschen Fibeln. In: Die Silbe im Anfangsunterricht Deutsch. Offenburg: Mildenberger Verlag, S. 17 – 40. Maas, Utz (2018): Silben und Silbenfibeln. In: Die Silbe im Lese- und Schreibunterricht. Offenburg: Mildenberger Verlag Maas, Utz (2000): Orthographie. Materialien zu einem erklärenden Handbuch des Deutschen. Osnabrück: Unv. Ms. Meumann, Ernst (1982): Psychologie des Lesens und der Rechtschreibung. Hg. v. Eckart Scheerer. Bochum: Kamp. Noack, Christina (2018): Das ABC der Tiere im Kontext der Fibelgeschichte. In: Die Silbe im Lese- und Schreibunterricht. Offenburg: Mildenberger Verlag Noack, Christina (2008): Wenn der Hont auf dem Faarat Kuren holt: Junge Sprachexperten auf dem Weg zur Schrift. In: Denkler, Markus u.a. (Hg.): Frischwärts und unkaputtbar. Sprachverfall oder Sprachwandel im Deutschen. Münster: Aschendorff 2008, S. 203 – 220. Noack, Christina (2010): Orthographie als Leserinstruktion: Die Leistung schriftsprachlicher Strukturen für den Dekodierprozess. In: Bredel, Ursula / Hinney, Gabriele / Müller, Astrid (Hg.), Schriftkompetenz und Schriftsystem: linguistisch, empirisch, didaktisch. Tübingen: Niemeyer, S. 151 – 170. Noack, Christina (2010): Vom Nutzen der Silbe für den Schriftspracherwerb. In: Die Silbe im Anfangsunterricht Deutsch. Offenburg: Mildenberger Verlag, S. 5 – 16. Röber, Christa (2009): Die Leistungen der Kinder beim Lesen- und Schreibenlernen. Grundlagen der silbenanalytischen Methode. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren. Röber-Siekmeyer, Christa/Pfisterer, Katja (1998): Silbenorientiertes Arbeiten mit einem leseschwachen Zweitklässler. In: Weingarten, Rüdiger /Günther, Hartmut (Hg.): Schriftspracherwerb. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren, S. 36 – 61. Schneider, Wolfgang (2017): Lesen und Schreiben lernen. Wie erobern Kinder die Schriftsprache? Berlin Sendlmeier, Walter/ Oertel, Alexandrea (2015): Rechtschreibdidaktiken im ersten Schuljahr Eine psychologische und sprachwissenschaftliche Einordnung und Bewertung. Berlin Winkler, Karin (2004): Die Systematik einer silben-analytischen Darstellung der Schrift im Anfangsunterricht – Ein Praxisbericht. In: Bredel, Ursula/Siebert-Ott, Gesa/Thelen, Tobias (Hg.): Schriftspracherwerb und Orthographie. Baltmannsweiler, S. 22 – 30. Weiterführende Literatur zur Silbenmethode Die Silbenmethode eignet sich besonders für das Lesen- und Schreibenlernen, weil das Deutsche eine syllabische Sprache in Klang und Schrift ist. Diese Erkenntnis der Linguistik und Sprachdidaktik kann in eine besonders effektive Form für den täglichen Unterricht für Lese- und Schreibanfänger übertragen werden. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Silbe. Das Entscheidende ist, dass die Silbenmethode nicht nur für das Lesenlernen, sondern auch für die sichere Beherrschung der gesamten Orthografie des Deutschen nutzbar gemacht werden kann. Die Silbenmethode macht die starken Schüler stärker und ermöglicht den schwachen Schülern den Anschluss. Denn die Entstehung einer Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) kann vermieden werden, wenn die Silbenmethode von Anfang an – das heißt spielerisch bereits im Kindergarten – eingesetzt wird. Diese Einführung stellt die Elemente der Silbenmethode vor. Zusätzlich enthält sie auch Materialien zur Diagnose und Förderung der grundlegenden Kompetenzen Motorik, Seitigkeit und Koordination.

4 Prävention und Kompensat Fallbeispiel: erfolgreiche Förderung bei Lese‐Rechtschreibschwäche (LRS) Kein Kind muss eine Rechtschreibschwäche (LRS) entwickeln oder gar als Legastheniker abgestempelt werden. Die erfolgreiche Förderung mit der Silbenmethode soll hier am Beispiel von Lara, 4. Klasse, gezeigt werden, die auf LRS getestet werden sollte. Lara – LRS in Klasse 4? Lara kann fließend lesen und war in den ersten beiden Schuljahren auch im Schreiben eher unauffällig. Die steigenden Anforderungen der zunehmend freieren Diktattexte kann sie jedoch nicht bewältigen. Lara hat keine Schreibstrategien entwickelt. Sie ist nicht in der Lage, das Silbensprechen mit synchronem Klatschen zu begleiten. Den Unterschied im Sprechrhythmus von Kontrastpaaren „Käfer – Koffer“ nimmt sie ebenfalls nicht wahr. Die Förderung Um die Schülerin effektiv zu fördern, bearbeiten wir die Fehlerquellen in entsprechender Abfolge: 1. Doppelkonsonanten Die Doppelkonsonanten trainieren wir in zwei Schritten: 1. Silbensprechen und synchrones Klatschen der Trainingswörter vor jeder Schreibeinheit. 2. Der unterschiedliche Sprechrhythmus von Kontrastpaaren wird am Silbenhaus bewusst gemacht und im Sprechen paradoxer Kontrastwörter wie „Käfer – Käffer“ entwickelt. Analyse der Schreibversuche Aus 3 Diktaten ergaben sich vor Beginn der Förderung folgende Fehlerhäufungen: Doppelkonsonanten: 13 x Großschreibung / Nomen: 10 x Dehnungs-h: 3 x Andere Fehler: 3 x Diktat vom März 2020 Schreiben ohne Strategie und Silbenbau-Regeln

5 ion mit der Silbenmethode Weitere Informationen zur Silbenmethode und Beispiele zur erfolgreichen Förderung unter: www.silbenmethode.de Erfolge der Förderung Lara wiederholte das Diktat vom März nach 4 Förder- stunden im Juli: Doppelkonsonanten: 2 x Großschreibung / Nomen: 0 x Dehnungs-h (nicht gefördert): 3 x Andere Fehler: 3 x Diktat vom Juli 2020 Es ist hilfreich, in dieser Phase die Wörter in Silben „zweifarbig“ zu schreiben. 2. Großschreibung von Nomen Die Großschreibung üben wir in diesem Stadium nur wortartbezogen: nach Artikel und nach „viele“. 3. Dehnung In diesem Stadium üben wir nur „ie“ in der offenen, betonten Silbe der deutschen Standardwörter – und verdeutlichen es am Silbenhaus. 4. Andere Fehler Schreibungen wie „Tehater, Abens, Compiuter“ zeigen noch deutlich „Schreiben nach Gehör“. Prävention und Kompensation Das Beispiel zeigt, wie mit der geeigneten Methode geholfen werden kann. Diese Förderung hätte vermieden werden können, wäre Lara von Anfang an im Unterricht methodisch angemessen begleitet worden. Erfolgreich fördern Materialien mit der Silbenmethode, wie z. B. aus dem Lehrgang „ABC der Tiere“, sind für den Regelunterricht konzipiert und können den Förderbedarf verringern. Die Materialien sind so aufbereitet, dass sie auch zu Hause erfolgreich zur Kompensation eingesetzt werden können. Schreiben mit Strategie und Silbenbau-Regeln A K ä f e r C K o f e r f A W ie s e Kontrastpaar

6 Die Grundlagen: Motorik, Seitigkeit von Auge und Hand, Koordination Motorik Grundlegend für das Lesen- und Schreibenlernen ist eine sichere Beherrschung der Motorik und Feinmotorik. Diese üben die Kinder besonders gut im Spiel, z. B. beim Seilhüpfen, Einradfahren, Jonglieren etc. Seitigkeit von Auge und Hand Für die Lese- und Schreibrichtung von Buchstaben, Zahlen oder Noten gilt in unserer Kultur die Regel von links nach rechts. Diese „rechtswendige“ Kultur kann einigen Kindern Schwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen bereiten. Dabei sind einerseits die Seitigkeit des Auges und andererseits die Seitigkeit der Hand (Händigkeit) zu beachten. Kreuzdominanz Linkswendige Seitigkeit im Sehen bei Rechtshändigkeit – oder andersherum: Diese neurologische Bahnung wird Kreuzdominanz genannt. Sehen und Handeln zielen nicht in die gleiche Richtung. Die Seitigkeit (linkswendig – rechtswendig) ist für diese Kinder unklar. Eindeutige Seitigkeit Ist ein Kind, dessen rechtes Auge dominant ist (es sieht z. B. mit dem rechten Auge durch ein Fernrohr) auch Rechtshänder, bereitet ihm die rechtswendige Kultur keine Probleme. Auch linkswendiges Sehen und Linkshändigkeit sind unproblematisch. Man spricht in beiden Fällen von der eindeutigen Lateralisierung der neurologischen Bahnungen. Koordination Die Koordination, also das synchrone Ausführen von Bewegungen mit dem Sprechen von Silben, ist von großer Bedeutung. Das Silbenbewusstsein ist besonders wichtig bei der Schreibsteuerung. Koordination wird besonders geübt in Bewegungsspielen mit Abzählversen etc. LRS-Disposition: Unsichere Seitigkeit • Kinder mit rechtswendiger Blickrichtung sehen eine Ente. • Kinder mit linkswendiger Blickrichtung sehen ein Häschen. Sind „Häschenblicker“ Rechtshänder, liegt eine Kreuz- dominanz vor. Bei den allermeisten Kindern mit LRS und Rechtschreibschwäche beobachten wir diese neurologische Bahnung. Praktische Umsetzung der Diagnose und Förderung Händigkeit – Ermittlung der Mal- und Schreibhand Während Malaktionen im 5. und 6. Lebensjahr kann beobachtet werden, welche Hand das Kind bevorzugt. Nicht alle Kinder haben in diesem Alter schon eine eindeutige Malhand entwickelt. Um Entscheidungshilfen zu geben, sollen die Kinder mit beiden Händen malen. Dabei kann der Schwung und der angemessene Muskeltonus im Vergleich beider Hände beurteilt werden. Die schwungvolle und lockere Hand soll die Mal- und Schreibhand werden. Weitere Beobachtungen der Handmotorik bei anspruchsvollen Bewegungsaufgaben geben ergänzende Hinweise: Mit welcher Hand wird das letzte Klötzchen auf den schon leicht schwankenden Turm gesetzt? Mit welcher Hand wird ein Ball gefangen? Die Stifthaltung verdient besondere Aufmerksamkeit. Nur bei korrekter „Pinzettenhaltung“ kann locker aus dem Handgelenk gemalt und später geschrieben werden. Diese Haltung zwischen Daumen und Zeigefinger kann geübt werden, indem die Kinder mit großen Pinzetten Erbsen und Bohnen in verschiedene Schälchen einsortieren.

7 Kopiervorlage – Springbrunnen Für die Übungen sind grifffreundliche, dreiflächige Malstifte besonders geeignet. Jedes Kind bekommt ein eigenes Blatt. Die Aufgabe soll von oben nach unten bearbeitet werden. 1. Um die Aufgabe kennenzulernen, wird zuerst die Linienschar nachgespurt. Das Kind wählt die Mal-/Schreibhand völlig frei. Die Bögen sollen zuerst entlang der Punkte und danach frei gezogen werden. 2. Im mittleren Feld zeichnet das Kind abwechselnd mit der linken und rechten Hand. Die Bögen links werden mit der linkenHand,die rechtsmit der rechtenHand gezogen.Hier sind bereits Unterschiede zu erkennen. 3. Im unteren Feld wird mit beiden Händen gleichzeitig gemalt. Das Malblatt muss, um eine sichere Ausführung zu gewährleisten, mit Klebestreifen auf dem Tisch fixiert werden. Beim simultanen Malen mit beiden Händen sind die Linien auf der bevorzugten Seite deutlich schwungvoller, auf der schwächeren Seite eher „krakelig“. Seitigkeit / Richtungsorientierung – Erkennen der Seitenlage Das Erkennen der Seitenausrichtung ist für die Lese- und Schreibentwicklung von ausschlaggebender Bedeutung. Typische Fehler bei unklarer Seitenausrichtung sind z. B. die Verwechslung von d – b, ie – ei, E – 3. Kinder können diese Fehler vermeiden, wenn sie gelernt haben, die Seitenausrichtung sicher zu erkennen. Die Kopiervorlagen können zur Diagnose von Seitigkeitsproblemen und zum Training für das Erkennen der Seitenlage genutzt werden. Kopiervorlage – Seitenlage Jedes Kind bekommt ein eigenes Blatt. Auf den Arbeitsblättern sind jeweils Vorlagen mit vier Varianten abgebildet. Diese sollen hinsichtlich ihrer Seitenausrichtung verglichen werden. Abbildungen, welche in der Seitenausrichtung der Vorlage gleichen, werden mit ihr zusammen ausgemalt. Es ist einfacher, die Seitenlage zu erfassen, wenn die Vorlage über den Varianten abgebildet ist, und schwieriger, wenn sich die Vorlage am Rand befindet. Die Aufgaben können auch mit realen identischen Gegenständen (Tassen, Spielfiguren, Autos usw.) auf dem Tisch durchgeführt werden. Z. B.:Welche Autos fahren in die gleiche Richtung? Seitigkeit, Wahrnehmung der Sprechsilbe, Koordination Silbenbärchen eignen sich ideal zur Diagnose und Förderung für die Seitigkeit, die Wahrnehmung der Sprechsilbe und die Koordination. Kopiervorlage – Silbenbärchen Die Silbenbärchen können aus Pappe oder Holz hergestellt werden. Wichtig: Die Bedruckung ist einseitig, die Silbenbärchen gehen also immer von links nach rechts. Zu einem mehrsilbigen Wort, z. B. „Kindergarten“ soll das Kind die Silbenbärchen aufstellen; dann das Wort wiederholen und mit der Malhand synchron auf die Silbenbärchen zeigen. Folgende Fragen geben wichtige Hinweise in der Diagnose: • Seitigkeit: In welcher Richtung stellt das Kind die Silben- bärchen auf? • Seitigkeit: Welche Hand benutzt es zum Aufstellen? • Seitigkeit: Welche Hand benutzt es beim Zeigen? • Wahrnehmung der Sprechsilbe: Stellt es die richtige Anzahl auf? • Koordination: Spricht es die Silben synchron zum Zeigen? Eine Förderung mit den Silbenbärchen kann wie folgt aussehen: • Seitigkeit: Die Silbenbärchen gehen immer von links nach rechts. • Wahrnehmung der Sprechsilbe: Für jede Silbe wird ein Bärchen aufgestellt. • Koordination: Das Sprechen der Wörter und Zeigen auf die Silbenbärchen ist synchron.

© Mildenberger Verlag, aus 1402-78 8 Kopiervorlage „Springbrunnen“ 9 Springbrunnen © Mildenberger Verlag · KV 1 Ermittlung der Mal- und Schreibhand. 1. 2. 3. Ermittlung der Mal- und Schreibhand.

© Mildenberger Verlag, aus 1402-78 9 Kopiervorlage „Seitenlage erkennen“ 17 © Mildenberger Verlag · KV 8a Seitenlage erkennen In die gleiche Richtung zeigende Objekte mit der gleichen Farbe ausmalen. I die gleiche Richtung zeigende Objekte mit der gleichen Farbe ausmalen.

© Mildenberger Verlag, aus 1402-78 10 Kopiervorlage „Seitenlage erkennen“ In die gleiche Richtung zeigende Objekte mit der gleichen Farbe ausmalen. 18 © Mildenberger Verlag · KV 8b Seitenlage erkennen In die gleiche Richtung zeigende Objekte mit der gleichen Farbe ausmalen.

© Mildenberger Verlag, aus 1402-78 11 Kopiervorlage „Silbenbärchen“ 46 © Mildenberger Verlag · KV 11 / Station 4 knicken knicken Entweder die Kopiervorlage auf Karton kopieren oder auf Holz übertragen. Es müssen mindestens 4 Bärchen für Station 4 hergestellt werden. Silbenbärchen

12 Flüssig lesen lernen mit dem farbigen Silbentrenner Lesen mit Silben Durch die Markierung der Sprechsilben finden die Kinder sehr schnell den Sinn der Wörter. Denn die Silbenstruktur der Wörter, die der Lesekundige kennt, ist dem Leseanfänger unbekannt. Ohne Silbentrenner ist der Sinn der Buchstaben unklar. Giraffe: Gir-af-fe(?) ist keine Affenart, sondern das Tier mit dem langen Hals: Giraffe. Und Blumentopferde: Blu-men-to-pfer-de(?) ist keine Pferderasse, sondern Blumentopferde. Mit dem farbigen Silbentrenner transportieren die Lesetexte Sinn. So macht das Lesen Spaß. Leseverständnis durch Lesetechnik Wenn die Silben automatisiert sind, können sich die Leseanfänger ganz auf den Inhalt der Texte konzentrieren. Damit können in besonderem Maße Aufgaben zum Leseverständnis durchgeführt oder kann die eigene Textproduktion angeregt werden. Lesetexte für Leseanfänger Wenn die Materialien in den Klassenstufen 1 und 2 durchgängig den Silbentrenner enthalten, ist das eine entscheidende Hilfe für Leseanfänger. Der Silbentrenner kann einfach durch Zweifarbigkeit markiert werden: z.B. blau / rot bei mehrfarbigemDruck oder schwarz / grau bei einfarbigem Druck für Kopiervorlagen. Kinder, die schon flüssig lesen, werden durch diese Hilfe nicht gebremst. Wenn die Kinder mit dem Silbentrenner flüssig lesen gelernt haben, gelingt der Umstieg auf einfarbige Texte völlig problemlos. Selbstverständlich sollten Lesetexte für Leseanfänger auch in der Schriftart, der Schriftgröße und dem Zeilenabstand besonders aufbereitet werden. Außerdem sollten am Zeilenende keine Worttrennungen vorgenommen werden und beim Zeilenumbruch sollte der Sinnzusammenhang beachtet werden. Das Problem: zähes Lesen bei Leseanfängern Wörter ohne Silbentrenner müssen erst leise „durchprobiert“ werden, um die richtige „Lösung“ zu finden. Das bedeutet für viele Kinder, dass sie keinen flüssigen Leserhythmus finden. Das Lesen bleibt „zäh“. Freude am Lesen kann sich so nicht entwickeln. Die Lösung: flüssig lesen mit dem Silbentrenner Die methodische Überlegenheit des Silbentrenners besteht darin, dass Leseanfänger unbekannte Wörter sofort in der richtigen Silbierung lesen und dadurch den Sinn schneller erfassen. Die Leseanfänger sind dadurch sehr schnell in der Lage, auch längere Texte zu lesen. Dadurch kann die angebotene Textmenge in den Materialien steil ansteigen. Markieren die farbigen Silben die Worttrennung? Die farbigen Silben zeigen die Sprechsilben eines Wortes an. In den allermeisten Fällen ist das identisch mit der möglichen Worttrennung am Zeilenende. In erster Linie gibt es einen Unterschied bei der Trennung einzelner Vokale (a, e, i, o, u; z. B. E-va, O-fen, Ra-di-o): Nach der aktuellen Rechtschreibung werden diese am Zeilenende nicht abgetrennt. Da diese Vokale Sprechsilben sind, sind diese auch mit zwei Farben gekennzeichnet: Eva, Ofen, Radio. 4 Meine große Reise Ich wollte schon immer einmal nach Australien reisen. Da dies aber eine Menge Geld kostet, haben sich Mama und Papa auch diesen Sommer wieder für die Ostsee entschieden. Das war mir zu langweilig. Also bin ich am ersten Ferientag mit dem Zug nach Hamburg gefahren. Ich wusste, dass dort am Hafen Schiffe nach Australien ablegen. Und tatsächlich: Am selben Tag trat ich auf der „MS Australia“ die große Reise an. Im Land der Kängurus „Den ersten Platz hat Mio gewonnen. Glückwunsch, Mio!“, sagt Frau Wieland und gibt ihm die Hand. Mio wird ein bisschen rot im Gesicht. Er hat nicht damit gerechnet, beim Geschichtenwettbewerb einen Platz zu machen, und schon gar nicht den ersten. „Nun wollen alle deine Fantasiegeschichte aber auch hören“, sagt Frau Wieland und lächelt. „Mio, Mio!“, rufen die anderen Kinder und schlagen mit der flachen Hand auf den Tisch. Mio nimmt sein Heft und beginnt zu lesen: 5

13 Richtig schreiben lernen mit zwei Farben Schreiben in Silben Die gesamte Rechtschreibung des deutschen Standardwortschatzes lässt sich aus der Silbenstruktur ableiten. Damit können mindestens 85% eines jeden Textes mit einem einfachen Regelwerk sicher richtig geschrieben werden. Insbesondere folgende Phänomene lassen sich mit der Silbenmethode sicher und einfach klären: • Wortendungen (Schüla ↔ Schüler) • Doppelkonsonanten (einschließlich tz und ck) • ie- und h-Schreibung Silbentrenner und Rechtschreibung Die farbigen Silben helfen nicht nur beim Lesen, sondern auch bei der Rechtschreibung. Sie machen die Struktur der deutschen Schrift sichtbar (vgl., S. 20 / 21). Der Leseanfänger nimmt von Anfang an die Silbengliederung der Wörter wahr – und kann so die richtige Schreibweise ableiten. Beim zweifarbigen Schreiben werden die Leseregeln intuitiv zu Schreibregeln. Das Unterrichtsprinzip lautet: vom Lesen zum Schreiben. Schreiben mit zwei Farben Die Kinder schreiben die Silben eines Wortes immer abwechselnd mit einer anderen Farbe – entweder mit einem Wendestift oder mit zwei einzelnen Stiften. Dadurch läuft der Schreibprozess strukturiert und kontrolliert ab. Unmittelbar vor dem Schreibvorgang sprechen die Kinder leise die Silbe oder den einzelnen Vokal. Der Stiftwechsel verhindert zudem ein Verkrampfen der Hand. Die Kinder schreiben so insgesamt mit zwei Farben sicherer und auch schneller als mit nur einer Farbe. Die Bewegungsabläufe werden von Anfang an strukturiert eingeübt. Sie werden zuerst großflächig ausgeführt, in der Luft, in Sand etc. Im Schreiblehrgang sollten die Buchstaben mit einer Fingerspur eingeführt und durch Nachspurzeilen vertieft werden, bis die Kinder frei in Schreibzeilen schreiben. Die Wiederholung sichert die Feinmotorik und ist ein wesentlicher Teil der Automatisierung des Silbenschreibens. Durch die Sicherheit im Schreiben der Silben können die Kinder dann sehr schnell korrekt Wörter und Sätze schreiben. Automatisierung = Konzentration auf das Wesentliche In allen Bereichen ist die Automatisierung von Routineabläufen entscheidend für die Konzentration auf das Wesentliche. Nur wenn ich die grundlegenden Techniken automatisiert abrufen kann, kann ich mich souverän in der jeweiligen Situation verhalten: beim Fahrrad- oder Autofahren im Verkehr, beim Sport im Wettkampf oder beim Musizieren in einem Konzert. Das Gleiche gilt für das Lesen und Schreiben. Automatisierung des Silbenlesens = Entwicklung des Leseflusses Die Automatisierung des Silbenlesens ist von entscheidender Bedeutung. Je schneller den Kindern die Automatisierung gelingt, desto schneller können sie flüssig und sinnverstehend lesen. Ist die Decodierung der Schrift automatisiert, kann die Konzentration ganz dem Inhalt des Textes gewidmet werden. Automatisiertes Silbenschreiben = sichere Beherrschung der Rechtschreibung Das Schreiben mit zwei Farben dient ebenfalls der Automatisierung. Die Kinder lernen so das automatisierte Silbenschreiben, was die spätere Schreibleistung außerordentlich begünstigt. Denn auch hier gilt: Ist der überwiegende Teil der Verschriftlichung durch Automatisierung geklärt, dann kann die ganze Konzentration dem Inhalt des Textes oder der Schreibung von Ausnahmen, wie z.B. Fremdwörtern, gewidmet werden. Schreiben mit zwei Farben oder Silbenbögen? Das Einzeichnen von Silbenbögen soll nach dem Schreiben der Wörter die Schreibung kontrollieren. Das ist immer eine nachträgliche Vergewisserung. Oft werden Silbenbögen der falschen Schreibung „angepasst“. Beim Schreiben mit zwei Farben vergewissert sich der Schreiber vor dem Schreiben über die Silbenstrategie: Fehler werden im Vorhinein vermieden.

14 Silben: Das kleine Einmaleins der Schrift Die Struktur der Silbe Die Struktur der deutschen Schrift wird in der Silbenmethode mit dem Häuschenmodell dargestellt (vgl. S. 20/21). Als wesentliche Vorbereitung lernen die Kinder die beiden Silbentypen der deutschen Schrift kennen: zu Beginn die offene Silbe, z.B. mu; im weiteren Verlauf die geschlossene Silbe, z.B. del. Wichtig ist dabei, dass sie folgende Begriffe lernen: • Starter = Konsonant, mit dem die Silbe beginnt • Klinger = der Vokal der Silbe • Stopper = Konsonant, mit dem eine geschlossene Silbe endet Mit dieser Begrifflichkeit werden sie im weiteren Verlauf den Großteil der deutschen Rechtschreibung sicher beherrschen lernen. Der Begriff Starter klärt die Richtung. Das ist besonders wichtig für Kinder mit Seitigkeitsproblemen (vgl. S. 6 / 7). In einer offenen Silbe kann der Vokal, der „Klinger“, gedehnt werden. Das Wort bleibt immer noch verständlich, z.B. lesen – leeesen. In einer geschlossenen Silbe stoppt der „Stopper“ den Vokal = „Klinger“. Würde der Vokal gedehnt, könnte der Sinn nicht mehr verstanden werden, z.B. Silbe – Siiilbe. Entscheidend ist also, dass geschlossene Silben „schneller“ gesprochen werden. Die Regel lautet: „Starter – Klinger – Stopper = kurz“. Damit wird der Wortrhythmus geklärt (vgl. S. 18/19). Silbenübungen Damit die Kinder die Silben sicher erkennen und unterscheiden lernen, können viele abwechslungsreiche Übungen durchgeführt werden. Silbenteppich Silbenteppiche können sehr früh schon eingesetzt werden. Im Silbenteppich wird synchron zum lauten Lesen der Zeigefinger der Schreibhand unter den Silben in Bögen mitgeführt. Diese Koordination (vgl. S. 6 / 7) ist von großer Bedeutung für den Lernerfolg. Die besondere Stärke der Silbenteppiche ist, dass der Text in keiner Weise erschlossen oder erraten werden kann. Die Silben müssen als solche korrekt decodiert werden. Zu Beginn enthalten die Silbenteppiche nur offene Silben. Im weiteren Verlauf können dann auch einzelne Vokale und Wörter enthalten sein, die sich mit den Silben bilden lassen. Im nächsten Schritt werden geschlossene Silben in die Silbenteppiche integriert und zuletzt auch Konsonantenhäufungen. Als handlungsorientiertes Material eignen sie sich ideal für die Einstiegsphase und die Förderung. Die Kinder sollen verschiedene Silben sicher unterscheiden lernen. Silbenkärtchen können sortiert, zugordnet oder zu immer neuen Leseteppichen gelegt werden. Die Aufgabenstellungen können sowohl nur schriftlich wie auch mündlich durch Diktat gegeben werden. offene Silbe geschlossene Silbe Starter Klinger Starter Klinger Stopper ∙ Silbenkelle: Klinger / Selbstlaute analysi eren ∙ Silben lesen ∙ Silbenkärtchen nach Vorlage legen La la 3 La la 1 La la 1 La la 1 Mu li La La la 1 La la 3 La la 3 ma la le La la 3 La la 3 La la 3 li me mi La la 3 La la 4 La la 4 o La ma La la 4 La la 4 La la 4 Mu li Li La la 4 La la 4 La la 4 mo Me mo La la 1 La la 1 Mu li La la 1 La la 3 ma la La la 3 La la 3 li me La la 3 La la 4 o La La la 4 La la 4 Mu li La la 4 La la 4 mo Me La la 1 La la 1 La la 1 Mu li La La la 1 La la 3 La la 3 ma la le La la 3 La la 3 La la 3 li me mi La la 3 La la 4 La la 4 o La ma La la 4 La la 4 La la 4 Mu li Li La la 4 La la 4 La la 4 mo Me mo La la 1 La la 1 La la 1 Mu li La La la 1 La la 3 La la 3 ma la le La la 3 La la 3 La la 3 li me mi La la 3 La la 4 La la 4 o La ma La la 1 La la 1 La la 1 Mu li La La la 1 La la 3 La la 3 ma la le La la 3 La la 3 La la 3 li me mi La la 3 La la 4 La la 4 o La ma La la 4 La la 4 La la 4 Mu li Li La la 4 La la 4 La la 4 mo Me mo La la 1 La la 1 La la 1 Mu li La La la 1 La la 3 La la 3 ma la le La la 3 La la 3 La la 3 li me mi La la 3 La la 4 La la 4 o La ma La la 4 La la 4 La la 4 Mu li L m u d e l

15 Silbenübungen Silben heraushören Das Silbenbewusstsein kann durch das Abhören einzelner Wörter auf das Vorkommen bestimmter bereits gelernter Silben erweitert werden. Zum Beispiel soll die Silbe „mi“ aus den Wörtern Kamine, Salami, Mimi, Domino herausgehört werden. Die Position der Silbe „mi“ soll dann im richtigen Silbenbogen angekreuzt werden. Silben heraushören und schreiben In einem weiteren Schritt sollen bekannte Silben nicht nur herausgehört, sondern auch an der entsprechenden Position geschrieben werden. Silben unterscheiden Auch das Unterscheiden von Silben trainiert das Silbenbewusstsein. Dabei werden zu einem Bild drei verschiedene Startsilben gezeigt. Zum Beispiel werden zum Bild einer Melone die Startsilben Ma, Me, Mo angeboten. Die richtige Silbe soll nun mit dem Bild verbunden werden. Automatisiertes Silbenschreiben Mit dem Lesen der Silben werden die Silben und einzelne Vokale auch geschrieben. Die Buchstaben werden dabei mit einer Fingerspur eingeführt und der Gebärde (vgl. S. 22/23) vertieft. Zuerst spuren die Kinder die Buchstaben nach, dann schreiben sie frei in die Schreibzeilen. Die Wiederholung sichert die Feinmotorik. Wesentlich für die Automatisierung ist dabei auch der Wechsel des Stiftes und das Schreiben in zwei Farben (vgl. S. 13). Sobald sich mit den bekannten Silben Wörter bilden lassen, werden diese geschrieben. Mini-Silbenschieber / Silbenschieber Sehr sinnvolle Arbeitsmittel in der Anfangsphase sind der MiniSilbenschieber und der Silbenschieber. Mini-Silbenschieber Zu Beginn wird mit dem Mini-Silbenschieber gearbeitet. Damit lassen sich mit allen Vokalen offene Silben bilden. Zuerst nur mit den Konsonanten m und l als Starter, später kommen t, r, s, w dazu. Auf dem Mini-Silbenschieber sind die Gebärden zu den Buchstaben und Lauten (vgl. S. 22/23) abgebildet. Der Mini-Silbenschieber führt die Kinder ein in die Struktur der Silbe und gibt ihnen Sicherheit im Umgang damit. Die Darstellung der Minisilben, z.B. „mu“ auf dem Silbenschieber in Verbindung mit den Begriffen „Starter – Klinger“, vermittelt die Richtung. Die inverse Form „um“ wird damit vermieden. Das ist besonders wichtig für Kinder mit Seitigkeitsproblemen (vgl. S. 6/7). Mit dem Silbenschieber lassen sich verschiedene Übungen und Spiele durchführen: • Den Silbenschieber nach Diktat einstellen • Den Silbenschieber nach Gebärden (vgl. S. 22/23) einstellen • Den Silbenschieber einstellen und der Partner muss die Silbe sprechen, etc. Silbenschieber Bei Einführung der geschlossenen Silbe wird auf den Silbenschieber mit 3 Schieberzungen gewechselt für Starter, Klinger, Stopper. Das Prinzip ist das gleiche wie beim Mini-Silbenschieber, nun lassen sich zu den offenen auch noch geschlossene Silben einstellen. Mini-Silbenschieber Silbenschieber u zu S. 2 bis 5 mi mu 1. 8 1. Die Reihen fortsetzen 2. Die Reihen fortsetzen und abwechselnd mit zwei Farben schreiben mu mi mi mu 2. mu u mi i mu mi mi mu mi mu mu mi mi mu mu u mi i mu mi mi mu 24 l 1 m n r f s t Silbenschieber © Mildenberger Verlag a 3 e i o u au ei eu Silbenschieber © Mildenberger Verlag M 2 L T R W D N Silbenschieber © Mildenberger Verlag ABC der Tiere 1 – Silbenschieber © Mildenberger Verlag Starter Klinger Stopper S Me Mo Ma

16 Phonologische Bewusstheit Man unterscheidet zwei wesentliche Aspekte: Zur phonologischen Bewusstheit im weiteren Sinn gehören die Fähigkeiten, Wörter in Silben zu zerlegen und Silben zu einem Wort zusammenzufügen. Phonologische Bewusstheit im engeren Sinn dagegen bezeichnet die Fähigkeiten, Anlaute zu erkennen, oder die Silben in Starter, Klinger und Stopper zu zerlegen oder umgekehrt aus Lauten ein Wort zu bilden. Phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne Um Probleme beim Schulstart mit dem Zusammenziehen von Buchstaben zu vermeiden, beginnt der Lehrgang mit Aufgaben auf dem Niveau der phonologischen Bewusstheit im weiteren Sinne (explizite Wahrnehmung der Silben): KonsonantVokal-Verbindungen werden als „Ganzheiten“, ausgehend von Schlüsselwörtern, automatisiert. Konsonanten werden zunächst implizit wahrgenommen im Zusammenhang der Silbe. Wenn z.B. die Silbe „mi“ ausgegliedert werden soll, ist das in „Salami“ möglich, in „Limo“ dagegen nicht. Die Kinder unterscheiden implizit die Starter „m“ und „l“ innerhalb der Koartikulation der Silbe. Beispiel „Silben fliegen hoch“: Nach dem bekannten Spiel „Alle Vögel fliegen hoch“ sollen bei der Nennung von Wörtern bei bestimmten Silben die Arme gehoben werden. Phonologische Bewusstheit Silbenkelle u u m u mu Silben fliegen hoch mi-Silben fliegen hoch. mi Beispiel „Silbenlauf“: In dieser handlungsorientierten Übung läuft das Kind mit einem Konsonanten auf dem linken Fuß an einer Vokalreihe entlang und spricht jeweils die sich ergebende Silbe. Silbenlauf Das machst du gut. mu Phonologische Bewusstheit im engeren Sinne Das Ausgliedern der Vokale ist der erste Einstieg in die Arbeit auf der Phonemebene. Da Vokale auch einzelne Sprechsilben sein können, ist diese Ausgliederung unproblematisch. Beispiel „Silbenkelle“: Ausgehend von einer offenen Silbe zeigt ein Kind die Silbe oder den Vokal an und eines oder mehrere andere Kinder sprechen die entsprechende Silbe oder den Vokal.

17 Übungen zur phonologischen Bewusstheit im engeren Sinne in der offenen und der geschlossenen Silbe Eine gute Hilfe für den Aufbau der Wörter aus der Silbenstruktur und damit die richtige Schreibung sind die Übungen zur phonologischen Bewusstheit imWahrnehmungsfenster der Silbe: • Wort in Silben sprechen • Phoneme in den Silben hören • Entsprechende Position in der Silbe (Starter, Klinger, Stopper) ankreuzen Silbenstruktur und Schreibtabelle Schreiben mit der Schreibtabelle Die Kinder ermitteln mithilfe der Schreibtabelle die Buchstaben und schreiben Wörter und Sätze auf ihrem individuellen Niveau unter Beachtung der Silbenstruktur (vgl. S. 14/15). Lama beginnt mit dem gleichen Laut wie Löwe. Ich schreibe den Buchstaben L. Schreiben mit der Schreibtabelle in das Heft oder in das Lerntagebuch – L – Starter L identifizieren: Lama – l – Stopper l identifizieren: Delfin – i – Klinger i identifizieren: Mimi

18 Lernen mit Hand und Fuß: Der Rhythmus macht’s! Lernen mit dem ganzen Körper Bestimmte motorische und feinmotorische Fähigkeiten sind die grundlegendeVoraussetzungfürdasLernen.Aberauchder Lern‑ erfolg selbst kann durch körperliche Aktivität wesentlich gesteigert werden. Die koordinierte Ausführung von Sprechen und gleichzeitigen Körperbewegungen, z.B. Klatschen oder Gehen, erhöht die Hirnaktivität. Starke Hirnaktivität bei gleichzeitiger Wiederholung sorgt für eine Verfestigung der Verknüpfungen im Gehirn: Das Gelernte wird dauerhaft aufgenommen. Sprechrhythmisches Training = Orthografie-Unterricht Sprechrhythmische Übungen sind ein ideales Motorik-, Artikulations- und Koordinationstraining (S. 6 / 7). Sie machen großen Spaß und motivieren die Kinder stark. Sie bedürfen keines großen Zeitaufwands und können – und sollen – deshalb täglich durchgeführt werden. Das sprechrhythmische Training mit Kontrastpaaren dient darüber hinaus zur Klärung der Orthografie bzw. zur Anbahnung der spontanen Schreibung der Doppelkonsonanten – einschließlich tz, ck, sowie auch ie. Diese Übungen werden regelmäßig vom Kindergarten bis in die Sekundarstufe hinein durchgeführt. Im besten Fall werden die Übungen mit Musik begleitet. Der Wortrhythmus ist bedeutungsunterscheidend Deutsche Wörter können zwei verschiedene Rhythmen haben, einen „langsameren“ und einen „schnelleren“. Dieser Rhythmus ist bei einigen Wörtern sogar die einzige Möglichkeit, die Bedeutung zu unterscheiden. Hüte und Hütte haben das gleiche Lautrepertoire (h, ü, t, e). Erst der Rhythmus macht klar: Hüte = Hütte = In der Schrift wird der Rhythmus durch den Stopper der ersten Silbe (vgl. S. 16 / 17) angezeigt. Die Kontrastpaare – Vorübungen zur Schreibung der Doppelkonsonanten Wörter mit Doppelkonsonanten sind „schnellere“ Wörter. Um das deutlich zu machen, werden „langsamere“ und „schnellere“ Wörter im direkten Kontrast gegenübergestellt, z.B. Nase – Nüsse. Nase hat eine offene erste Silbe, also keinen Stopper: Na. Nüsse hat eine geschlossene erste Silbe, also einen Stopper: Nüs (vgl. S. 16/17). Im zweisilbigen deutschen Standardwort wird immer die erste Silbe betont. In einem 4/4-Takt liegt die Betonung auf der 1. und 3. Zählzeit. Damit trifft sie mit der natürlichen Wortbetonung zusammen. Die Kinder lernen nun einen einfachen Rhythmus klatschen, der auf 1 und 2 das „langsamere“ und auf 3 das „schnellere“ Wort aufnimmt. Die 4. Zählzeit wird mit „U“ belegt, damit das „schnellere“ Wort nicht falsch (Nü-se) silbiert wird. Dieser Fehler würde die Übung wertlos machen. Praktische Durchführung der Rhythmusübungen Für eine Übung werden 5 Kontrastpaare als Bilder gezeigt, z.B. als Folie oder auf dem Whiteboard. Die Bedeutung der Bilder wird geklärt. Wie z.B. Kontrastpaare auf S. 19: Nase – Nüsse, Regen – Rücken, Haken – Hacke, Säge – Säcke, Kater – Kette. Erst wenn die Bedeutung der Bilder geklärt ist, kann die Übung beginnen. Das Entscheidende ist, dass die Kinder die Kontrastpaare hintereinander im richtigen Rhythmus sprechen. Zuerst wird mit dem ersten Kontrastpaar der Rhythmus geübt, dann werden alle Kontrastpaare mehrmals hintereinander gesprochen oder gesungen. Dazu wird synchron im Rhythmus geklatscht. Für Fortgeschrittene können sich die Füße dazu im Takt(!) bewegen. Beispiele für die Durchführung der rhythmischen Übungen finden Sie als Filme unter: www.abc-der-tiere.de/rhythmus Die Einführung der Rhytmusübungen wird ausführlich erklärt im Film „Orthografie – der Rhythmus macht’s!“ unter: www.abc-der-tiere.de/film

19 Wortrhythmus – Kontrastpaare Folie 51 © Mildenberger Verlag · Bestell-Nr. 1403-75 Lang oder kurz? – 1 86

20 Häuschenschreibung: Die Hausordnung der Rechtschreibung Systematische Orthografie Die deutsche Orthografie ist systematisch strukturiert. Deshalb kann die Orthografie auch von Anfang an systematisch und strukturiert gelehrt werden. Die Kinder sollen in der Lage sein, mit wenigen allgemeinen Regeln die Schreibung der deutschen Standardwörter systematisch abzuleiten. Dazu dient das Häuschenmodell. Wenn dann noch die Großschreibung von Nomen und am Satzanfang beachtet wird, kann der überwiegende Teil aller Texte korrekt geschrieben werden. Folgende Grundkenntnisse können mit dem Häuschenmodell vermittelt werden: • Deutsche Wörter sind zweisilbig. → Klasse 1 • Deutsche Wörter werden auf der ersten Silbe betont. → Klasse 1 • Die erste Silbe kann offen oder geschlossen sein. → Klasse 1 (vgl. S. 14/15) • Der Vokal der zweiten Silbe ist immer ein „e“. → Klasse 1 • „Schnellere“ Wörter haben Doppelkonsonanten. → Klasse 2 • Wortstamm finden → Klasse 3 • h-Schreibung → Klasse 3 Die 3 Häuschentypen A B C – Leseregeln werden zu Schreibregeln Beim silbenweisen Schreiben mit zwei Farben werden die Leseregeln zu Schreibregeln, Orthografie gelingt intuitiv. Zur methodischen Darstellung der entsprechenden Schreibregeln setzen wir das Häuschenmodell von Christa Röber in abgewandelter Architektur ein: • Die betonte Silbe wohnt im Haus, die unbetonte in der Garage. • Ein Wort mit offener 1. Silbe wohnt im Häuschen mit Dop- pelzimmer: Häuschen A. • Ein Wort mit geschlossener 1. Silbe wohnt im Häuschen mit 3 Zimmern: Häuschen B. • EinWort mit Doppelkonsonant wohnt im Häuschen mit angebauter Garage: Häuschen C. • In der Garage ist immer ein e. • Die Vokale stehen immer in den gelben Zimmern. Ab Klasse 2 werden die Rhythmusübungen (S. 18 / 19) für die Orthografie systematisch genutzt. „Langsamere“ Wörter stehen in Häuschen A, „schnellere“ Wörter (Doppelkonsonanten) in Häuschen C. Besonderheiten der Häuschenschreibung ck und tz ck und tz waren früher Doppelkonsonanten (ck = kk, tz = zz) und haben auch die gleiche Funktion. Garage Die Garage kann drei oder zwei Zimmer haben. Vokal am Wortanfang Beginnt das Wort mit einem Klinger, befindet sich im ersten Zimmer ein Stern. Doppellaute Alle Doppellaute (ei und ie, au, äu, eu, ai) sind im Doppelzimmer in Häuschen A. Konsonantenhäufungen Stehen am Anfang oder Ende einer Silbe mehrere Buchstaben, stehen diese in einem Zimmer. So löse ich ein Rechtschreibproblem mit dem Rhythmus und den Häuschen Das Wort lautet „Ziege“, im Rhythmus langsamer und schneller gesprochen: „Ziege – Zigge“. Eindeutig ist der erste Rhythmus richtig, also kein Doppelkonsonant. Damit steht das Wort in Häuschen A und „i“ ist in der offenen Silbe immer „ie“. Das Wort lautet „kann“. Die zweisilbige Grundform wird im Rhythmus langsamer und schneller gesprochen: „könen – können“. Hier ist der zweite Rhythmus und damit Häuschen C richtig. Also Doppelkonsonant auch in der einsilbigen Personalform. A B d e r Häuschen A: 1. Silbe offen Häuschen B: 1. Silbe geschlossen A s e C   Rhythmischer Kontrast Häuschen C: Doppelkonsonant T u b e K i n N a N ü s s e C C nl A B A B K a t z e w i c k e l e s e n T i n t e * Au g e * A p f e l A A A S c h C k l t t nr L ei n e W ie s e u l e e e

21 Silbenstruktur des deutschen Standardwortes (Klasse 1) Grundlegend für die Verwendung des Häuschenmodells ist das Verständnis der Silbenstrukur des deutschen Standardwortes: deutsche Wörter haben zwei Silben. Die erste Silbe ist betont. In der zweiten Silbe steht immer ein e. Im Häuschen A ist der betonte Vokal lang, im Häuschen B ist er kurz. Die Vokale stehen immer in den gelben Zimmern. Offene und geschlossene Silbe: Häuschen A und B (Klasse 1) In Klasse 1 schreiben die Kinder Wörter mit offener und Wörter mit geschlossener 1. Silbe in die Häuschen A und B. Dabei werden auch schon Wörter mit ie eingeführt. Doppelkonsonanten: Häuschen C (Klasse 2) In Klasse 2 kommt Häuschen C dazu. Jetzt können die Kinder mit dem erlernten Rhythmus entscheiden, in welches Häuschen sie ein Wort schreiben. Außerdem werden die Rhythmusübungen nun nicht mehr nur mündlich durchgeführt, sondern die Wörter werden auch in die Häuschen geschrieben. Wortstamm (Klasse 3) Wenn man nach dem ersten Garagenplatz umknickt, erhält man den Wortstamm. C C A A B Didaktische Einführung der Häuschenschreibung Häuschensilbe Garagensilbe Häuschensilbe Garagensilbe W R B r u W o l k e o i e n n g s e e e n B W K i i n s t s e e r n C B A l h f a a l l i e g t l e e e n n n Wortstamm Endung Wortstamm Endung Wortstamm Endung

22 mi Gebärde: Brücke zwischen Laut und Buchstabe Gebärden – der handlungsorientierte Zugang zur Schrift Die Lautgebärden schlagen die Brücke zwischen dem Buchstaben und dem Laut. Sie ermöglichen eine eindeutige Identifizierung der Mitlaute, ohne – wie in der Silbenmethode in der Anfangsphase gefordert – ihren Laut isoliert bekannt zu geben. Soll z. B. das „m“ von „mu“ benannt werden, dann wird die Formulierung „Starter von mu“ verwendet. Die Gebärden ermöglichen einen handlungsorientierten Zugang zur Schrift und sie erleichtern den Kindern den schwierigenWeg vom gehörten zum geschriebenen Wort. Wurde wirklich „ma“ gesagt oder „na“? Wird das Wort mit den richtigen Gebärden begleitet, ist eine Eindeutigkeit garantiert. Für viele Kinder sind Gebärden der „Königsweg“ zur schnellen Verankerung der Buchstaben. Denn die Gebärden machen den Kindern großen Spaß (Impuls: Indianer sprechen mit Gebärden.). Für manche Kinder kann es hilfreich sein, wenn sie die Gebärden gemeinsam mit der Lehrerin / dem Lehrer vor einem Spiegel trainieren, um die Mundstellung direkt zu sehen und nachzuahmen. Um eine Silbe mit Lautgebärden anzuzeigen, werden die Gebärden kombiniert. Dabei ist zu beachten, dass die Silbe immer als Ganzes gesprochen wird und nicht einzelne Buchstaben lautiert werden, also: zuerst die Silbe gebärden, dann die Silbe sprechen. Die Umlaute ä, ö, ü werden gebärdet, indem nach der Gebärde für a, o oder u mit dem Zeigefinger zwei Punkte in die Luft gesetzt werden. Mit den Gebärden können unterschiedlichste Übungen in Gruppen- oder Partnerarbeit durchgeführt werden: • Mit Gebärden diktieren • Mit Gebärden „sprechen“ • Nach dem Silbenschieber Gebärden ausführen • Nach Gebärden den Silbenschieber einstellen • Nach Gebärden Silben und Wörter schreiben Für die Auswahl dieser Gebärden waren fünf Kriterien bestimmend: • Die optische Entsprechung, z.B. bei m, u, x, z • Die Richtung zur Klärung der Seitigkeit, z.B.: Auf welcher Seite des „a“ ist der Balken? • Der Artikulationsort, z.B. bei g, l • Die Artikulationsdynamik, z.B. bei p, t • Weitere eindringliche Assoziationen, z.B. bei au, ch Übersicht der Lautgebärden

23 Gebärden

Newsletter Silbenmethode Der Newsletter zur Silbenmethode informiert regelmäßig über Neues aus der Welt der Silben. Anhand von Originalmaterial aus dem Lehrgang ABC der Tiere wird die Silbenmethode ausführlich vorgestellt. Ihre Vorteile: • Kompetente Einführung in die Welt der Silben • Videobeiträge der Autoren mit Tipps und Tricks zum leichteren Arbeiten • Exklusive Unterrichts-Tipps mit Gratis-Downloads • Informationen zu allen Neuerscheinungen • Hinweise auf aktuelle Prüfpaket-Aktionen … Das Video Das Video stellt das Thema des Newsletters anschaulich und mit Beispielen vor. Newsletter Silbenmethode  Angebote, Aktionen, Service Kurze Info-Blöcke weisen auf aktuelle Aktionen und besondere Angebote hin.  Unterrichts-Tipp Der Unterrichts-Tipp enthält einen kostenlosen Download, der sofort im Unterricht eingesetzt werden kann.  Empfehlungen der Redaktion Die Empfehlungen zeigen zum Thema passende Titel aus dem Verlagsprogramm.  24 Anmeldung unter: www.abc-der-tiere.de/newsletter Informationen, Tipps und kostenlose Downloads

25 Videos zur Silbenmethode Klaus Kuhn, Autor und Herausgeber des Lehrgangs „ABC der Tiere“, stellt die Silbenmethode praxisbezogen und mit vielen Beispielen vor. Es werden ständig neue Videos eingestellt. Alle Videos aus dem Silbennewsletter finden Sie unter: www.abc-der-tiere.de/videos Mit dem Silbenschieber werden Kinder Silbe für Silbe zum Leseprofi! Das Video zeigt Ihnen anhand des Silbenschiebers Übungen für flüssiges Silbenlesen im Anfangsunterricht. Die Bedeutung und Verwendung des Silbenschiebers in der Phase der Silbenschule Eindeutige Seitigkeit, sichere Händigkeit und eine gute Koordination von Bewegung und Sprache sind der Schlüssel für flüssiges Lesen und Schreiben für alle Kinder. Die Bedeutung von Seitigkeit und Koordination für flüssiges Lesen und Schreiben Wir sehen Buchstaben, aber wir sprechen Silben. Das bereitet vielen Kindern Schwierigkeiten beim Lesenlernen. Die Lösung: der farbige Silbentrenner! Schneller lernen, besser lesen mit dem farbigen Silbentrenner Die Gebärden sind die Brücke zwischen Laut und Buchstabe. Dieses Video erläutert, warum Sie die Gebärden einsetzen sollten, was Sie unbedingt beachten müssen und welche phonetischen Phänomene sich mit den Handzeichen leicht erklären lassen. So setzen Sie Gebärden richtig ein: Brücke zwischen Laut und Buchstabe Silbenmethode Videos

RkJQdWJsaXNoZXIy OTUxOTg=